Sixt Bachmann (1754 – 1825)
Sixt Bachmann wurde am 18. Juli 1754 in Kettershausen geboren und trat 1770 in das Prämonstratenserkloster Obermarchtal ein. Er war als Musiklehrer, Chorregent und Assessor der Klosterkanzlei tätig. Am 18. Oktober 1825 starb er in Reutlingendorf. Klavier- und Orgelwerke nehmen den breitesten Raum im kompositorischen Schaffen Bachmanns ein; an Kirchenwerken sind vier Messen bekannt.
Hörbeispiel: Missa solemnis in C, Sanctus (Ausschnitt)
Nikolaus Betscher (1745 – 1811)

Hörbeispiel: Beginn des Gloria aus der Missa in C (1794)
Johann Evangelist Brandl (1760– 1837)
Johann Evangelist Brandl wurde 1784 Hofkapellmeister in dem zum Haus Hohenlohe gehörenden Bartenstein, 1789 Hofkapellmeister in Bruchsal und 1808 zweiter Musikdirektor in Karlsruhe. Besondere Beachtung verdient seine Kammermusik, in der er dem Fagott eine führende Rolle zuweist.
Franz Xaver Brixi (1732 – 1771)
Franz Xaver Brixi stammt aus Prag, wo ihn eine glänzende Musikerlaufbahn bis zum Kapellmeisteramt am Veitsdom führte. Er war ein fortschrittlicher Komponist, der den modernen klassischen Stil beherrschte und bekannt machte. 1771 ist er gestorben.
Hörbeispiel: Beginn des 1. Satzes Allegro moderato aus dem Konzert für Orgel und Orchester in D-Dur
Meingosus Gaelle (1752 – 1816)
Meingosus Gaelle wurde 1752 in Buch bei Tettnang geboren. Er trat 1771 ins Kloster Weingarten ein. Nach der Auflösung des Klosters 1802 lehrte er an der Universität Salzburg. Er komponierte Lieder, Kirchenmusik, Kammermusik und ”Adams und Evas Erschaffung, eine comische Oper“ (1796) nach Sebastian Sailers ”Schwäbischer Schöpfung“. Am 4. Februar 1816 starb er im Wallfahrtsort Maria Plain nahe Salzburg.
Hörbeispiel: Adams und Evas Erschaffung, Rezitativ und Arie Wenn du amol hoffärtig witt weara
Ernst von Gemmingen (1759 – 1813)

Johann Wendelin Glaser (1713 – 1783)
Johann Wendelin Glaser wurde am 1. Mai 1713 als Sohn eines Kantors in Ostheim vor der Röhn geboren. Nach zwei Jahren als Schüler des Gymnasiums zu Schleusingen besuchte er sechs Jahre lang die Lateinschule in Nürnberg. Neben der Erfahrung aus der Familientradition scheint die Musiklehre an diesen beiden Schulen die einzige musikalische Ausbildung gewesen zu sein, die Glaser erfahren hat. 1738 befand sich Glaser wieder in Ostheim und versah dort das Amt des Kantors, 1741 wurde er Präzeptor und Kantor in Langenburg. Nach Wertheim, wo er bis zu seinem Tode blieb, kam er 1744. Er starb am 6. Februar 1783. Sein kompositorisches Werk umfasst mehr als 300 Kantaten, darunter drei komplette Jahrgänge. Darüber hinaus verfasste er eine musikpädagogische Lehrschrift mit dem Titel Praeceptor bene instructus das ist: Gruendlicher Unterricht von dem geistlichen Choral=Gesang.
Joseph Haydn (1732 – 1809)
Nachdem Haydn 1766 seine umfangreichste Messe, die sog. Cäcilienmesse, komponiert hatte, folgte ein Jahr später, 1767, ein weiteres großes geistliches Werk, das Stabat mater in g-Moll (Hob. XXbis). Die Uraufführung erfolgte im März 1768 in der Kirche der Barmherzigen Brüder in Wien. Doch machte dieses Werk Haydn auch jenseits der Landesgrenzen bekannt; 1781 wurde es in Paris mehrmals mit großem Erfolg aufgeführt, 1782 in Rom, 1783 in London. Unabhängig von verschiedenen Drucken war das Stabat mater in zahlreichen Abschriften verbreitet. In Ochsenhausen fand sich eine Fassung dieses Werks mit deutschem Text, der sich allerdings von der seinerzeitigen, allgemein verbreiteten Nachdichtung Johann Adam Hillers unterscheidet. Diese Ochsenhausener Fassung dürfte um 1800 angefertigt worden sein und stellt eine wohl speziell auf die lokalen Verhältnisse zugeschnittene Fassung dar. Abweichend vom Original beschränkt sie sich auf eine reine Streicherbesetzung, die Bläserstimmen sind weggelassen, bzw. in die Streicherstimmen eingearbeitet.
Hörbeispiel: Stabat mater, Nr. 8: Engel feiern diese Stunde, Beginn des Vokalparts
Andreas Heichlinger (1746 – 1809)
Andreas Heichlinger wurde 1746 in Großköz bei Günzburg geboren. Seine Profess legte er am 2. Juni 1765 in der Zisterzienser-Reichsabtei Salem ab. Er starb am 4. September 1809.
Hörbeispiel: Rezitativ und Arie Accetta, o Dio (Ausschnitt)
Balduin Hoyoul (um 1548 – 1594)
Balduin Hoyoul wurde um 1548 wohl in Lüttich geboren. 1561 trat er als Diskantist in die Stuttgarter Hofkapelle ein, von 1564 bis 1565 war er Schüler von Orlando di Lasso in München. Nach dem Tod von Ludwig Daser im März 1589 wurde Hoyoul in Stuttgart Hofkapellmeister, an seiner Stelle wurde Leonhard Lechner zum Hofkomponisten ernannt. Am 26. November 1594 starb Hoyoul in Stuttgart an der Pest. Er hatte sich wohl infiziert, als er zusammen mit der Hofkapelle den Herzog zum Reichstag in Regensburg begleitete. Sein Nachfolger als Hofkapellmeister wurde Leonhard Lechner. Zwischen Daser und Lechner war Hoyoul ein eigenständiger und nicht weniger bedeutender Musiker am ambitionierten Stuttgarter Hof.
Æmilian Kayser (1749 – 1831)
Æmilian Kayser wurde 1749 in Oberndorf am Neckar geboren. Er war Pater des Benediktinerklosters Petershausen (Konstanz), hielt sich jedoch gerne in Weingarten auf und komponierte für dieses Kloster zwei umfangreiche Vespern. 1831 ist er gestorben.
Hörbeispiel: Magnificat (Ausschnitt)
Isfrid Kayser (1712 – 1771)
Isfrid Kayser wurde am 13. März 1712 in Türkheim an der Wertach geboren. 1732 legte er Profess ab und wurde 1741 Musikdirektor in Obermarchtal, 1763 Subprior. Kayser starb am 1. März 1771. Sein musikalischer Nachlass umfasst vornehmlich geistliche Werke. Das einzig erhaltene weltliche Werk sind ”Drei Parthien für Klavier“ op.4.
Hörbeispiel: Beginn des Concerto der Parthia D-Dur für Orgel
Augustinus Plattner (um 1590 – um 1630)
Zur Biographie Plattners gibt es nur einzelne Anhaltspunkte. Das älteste sichere Zeugnis ist der Eintrag vom 17. Juni 1613 im Hochzeitsbuch der Dompfarre St. Jacob in Innsbruck. Er ist auf Kosten des Deutschen Ordens zum Musiker ausgebildet worden. 1621 ist er Organist in Mergentheim, möglicherweise ist er schon vor 1629 gestorben. Erhalten sind acht Messen, Zeugnisse für die Tätigkeit Plattners als Organist konnten bislang ebenso wenig gefunden werden wie weitere Kompositionen.
Jakob Reiner (um 1555 – 1606)
Jakob Reiner wurden zwischen 1555 und 1559 in Altdorf geboren und besuchte als Kind die Klosterschule. 1574 wurde Reiner für zwei Jahre Schüler von Orlando di Lasso, dann kehrte er wieder ins Kloster Weingarten zurück. Er blieb bis zu seinem Tod am 12. August 1606 seinem Kloster als Kapellmeister, Komponist und Musiklehrer treu, gehörte aber nie dessen Konvent an. Seine frühen Werke stehen stilistisch denen seines Lehrers nahe. In seinen späteren Motetten und Messen bezieht er das venezianische Wechselspiel verschiedener Chorgruppen verstärkt mit ein.
Hörbeispiel: Mane nobiscum, Domine
Æmilian Rosengart (1757 – 1810)
Æmilian Rosengart wurde am 29. März 1757 in Kirchheim (Schwaben) geboren. 1775 legte er die Profess ab und wurde 1781 zum Priester geweiht. In Ochsenhausen war er Professor der Theologie und Philosophie und ab 1795 Musikdirektor. Er starb am 29. Mai 1810 in Tannheim.
Hörbeispiel: Magnificat III in D-Dur (Ausschnitt)
Meingosus Rottach (1711 – 1760)
Meingosus Rottach wurde 1711 in Leutkirch geboren und legte 1730 in Weingarten die Profess ab. Dort wirkte er als Philosophieprofessor, Chorregent und Kellermeister. Er schrieb einen wohlklingenden Vokalsatz mit guter Stimmführung. Im Jahr 1760 starb Meingosus Rottach.
Hörbeispiel: Alma redemptoris mater (Ausschnitt)
Franz Xaver Schlecht (um 1730 – 1782)
Franz Xaver Schlecht wurde in Wendlingen am Dosbach geboren. Er war der ältere Bruder von Abt Robert Schlecht, der von 1778 bis 1802 die Geschicke des Klosters Salem lenkte. Zunächst studierte Schlecht Jura in Salzburg und war dann als Domkapellmeister in Eichstätt tätig. Von ihm sind zahlreiche geistliche Kompositionen und Instrumentalwerke erhalten.
Hörbeispiel: Te Deum (Ausschnitt)
Gregor Schmid (1748 – 1780)
Gregor Schmid wurde am 15. November 1748 in Ravensburg geboren und studierte in Ehingen und Augsburg Theologie und Philosophie. Seine Profess legte er am 26. November 1769 in Ochsenhausen ab und hielt am 26. Juni 1774 Primiz. Am 6. Februar 1780 ist er gestorben.
Hörbeispiel: Sopran-Arie O Jesu dilecte (Ausschnitt)
Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 – 1791)

Joachim (Jakob) Sommer (1764 – 1786)
1764 wurde Jakob Sommer in Ottobeuren geboren. Über seine Lebensumstände wissen wir heute nichts, lediglich ist überliefert, dass er seine Profess 1781 ablegte und seine Primiz 1788 feierte. Jakob Sommer starb am 20. Mai 1796 in Salem. Seine Musik entspricht ganz der Klassik.
Hörbeispiel: Alt-Arie Ecco quel ora fortunata (Ausschnitt)
Bernard Wahl (? – 1786)
Bernhard Wahl stammt aus Treffelshausen (bei Geislingen), war Chorregent in Weingarten und galt als hervorragender Organist. Er starb 1786.
Hörbeispiel: Ave regina coelorum (Ausschnitt)
Ernest Weinrauch (1730 – 1793)
Ernest Weinrauch wurde 1730 in Donauwörth geboren. Mitsieben Jahren kam er in das Kloster Zwiefalten und hat es bis zu seinem Tod 1793 nicht mehr verlassen. 1748 legte er die Profess ab, 1755 feierte er Primiz. Neben Funktionen als Subprior und Ordenskapitular war er auch über 30 Jahre Chorregent, zu dessen Pflichten auch die musikalische Ausbildung der Klosterschüler gehörte. Conradin Kreutzer ging aus seiner Schule hervor. Weinrauchs Rang als Komponist belegt die damals große Verbreitung seiner Werke.
Hörbeispiel: Salve regina (Ausschnitt)
Johann Samuel Welter (1650-1720)
Johann Samuel Welter wurde am 27. August 1650 in Obersontheim geboren und war Organist an der Michaelskirche in Schwäbisch Hall. Bei ihm handelt es sich um einen der bedeutendsten Vertreter des Generalbasszeitalters. Er komponierte allein über 400 Kantaten. Von seinem umfangreichen Werk lässt sich heute nur etwa ein Zehntel namhaft machen, erhalten sind nur eine Psalm-Kantate, zwei Spruch-Oden-Kantaten und acht Choral- bzw. Odenkantaten (darunter ”Jesu, meine Freude“). Weiterhin liegen noch elf Kirchenlieder für Singstimme mit Generalbassbegleitung, zwei Magnificat-Vertonungen und eine Trauer-Arie vor. Welter starb am 27. Juli 1720 in Schwäbisch Hall.
Johann Georg Zechner (1716 – 1778)
Johann Georg Zechner stammt aus der Steiermark und war Organist am Benediktinerkloster Göttweig und an St. Veit in Kreuz. 1778 starb er.
Hörbeispiel: Veloces ite venite, Offertorium für Sopran, Chor und Orchester (Ausschnitt)


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